Bildquellen: Staatsarchiv Hamburg / Google Earth. ⓘ Weitere Hinweise und Erläuterungen zu Schadenskarte und Luftbildvergleichen.

Ebenso wie die Nikolaikirche, deren Schiff noch im Hintergrund des Bildes angerissen ist, hat die Hauptkirche St. Katharinen den Krieg nur schwer beschädigt überstanden. St. Nikolai blieb als Ruine als Mahnmal erhalten, die Katharinenkirche hingegen wurde in den 1950ern umfassend an alter Stelle wieder neu aufgebaut.

Während die Altbaureihe an der Straße in Teilen den Krieg überdauert hat, wurden die dahinterliegenden Gängeviertel weitestgehend zerstört. Die in der Vorkriegsaufnahme noch zu sehenden Fleete Steckelhörnfleet (Verbindung vom Zollkanal zum Nikolaifleet zu Füßen des Kirchturms) und der Katharinenfleet (am linken Bildrand) wurden nach dem Krieg zugeschüttet.

Das Umfeld von St. Katharinen mit der in der linken Bildhälfte zu sehenden Cremon-Halbinseln ist einer der wenigen verbliebenen Orte in der Altstadt, an der bis heute noch Wohnnutzung in größerem, zusammenhängenden Stil stattfindet. Der Wandel der Altstadt vom Wohn- zum Arbeitsort setzte jedoch nicht erst nach dem zweiten Weltkrieg ein, sondern nahm bereits nach dem ersten Weltkrieg deutlich an Fahrt auf. Nicht zuletzt erst wenige Jahre vor Aufnahme der historischen Fotos mit dem Bau des Kontorhausviertels, für das alte Wohnbebauung in Form von Gängevierteln weichen mussten. Dennoch war die Altstadt in Teilen immer noch bevölkert und anders als heute kein (nahezu) ausschließlicher Büro-, Gewerbe und Einzelhandelsstandort.

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigte, wie problematisch solche monofunktionalen Ausrichtungen von Stadtzentren sein können. Das Wissen darum, dass Wohnnutzung auch in Stadtzentren sinnvoll ist, existierte aber im Grundsatz auch schon vor Corona. Und so gibt es mittlerweile seit einigen Jahren zaghafte Bemühungen, auch in der Altstadt wieder mehr Wohnnutzung anzusiedeln.

Ein Beispiel dafür sind die Mitte der 2010er-Jahre fertiggestellen Wohnungen im Projekt Cremon Insel im linken oberen Bildrand der aktuellen Aufnahme oder auch das etwa zur gleichen Zeit fertiggestellte unmittelbar rechts oberhalb der Kirche zu sehende Katharinen-Quartier. Direkt gegenüber des Katharinenquartiers befindet sich in dem beigen Betonklotz ein altes Parkhaus, welches von einer Baugemeinschaft ebenfalls in Wohnungen umgenutzt werden soll. So kommt langsam wieder etwas Wohnnutzung in das Umfeld der Katharinenkirche in der Altstadt, in der heute nur noch etwa 2500 Menschen ihren Wohnsitz haben.

Am oberen rechten Bildrand ist in dieser Aufnahme auch die Schneise erkennbar, die die Ost-West-Straße bis heute durch die Alt- und Neustadt schlägt. Die Neue Burg um das Kirchenschiff der Nikolaikirche ist zerschnitten. Neben der Ost-West-Straße überformt vom Nikolaifleet ausgehend auch die Domstraße den alten Stadtgrundriss.

Zur Schadenskarte hier klicken

Cookie Consent mit Real Cookie Banner